Smart Locker System für Veranstaltungen
Methodische Entwicklung eines modularen Smart-Locker-Systems vom Prototyp zur Serienlösung.
Methodische Weiterentwicklung eines Smart-Locker-Systems vom Demonstrator zum serienfähigen Produkt für den Eventbereich. Basis war ein zuvor von mir realisierter Retail-Prototyp, dessen Erkenntnisse in einer systematischen Neukonzeption nach den Prinzipien des methodischen Konstruierens überführt wurden. Thema meiner Bachelorarbeit: “Entwicklung eines Smart Lockers für Veranstaltungen – vom Prototyp zur Serienfertigung”.
Herausforderung: Aus einem funktionalen Demonstrator ein modulares, serienfähiges System entwickeln, das den realen Anforderungen des Eventbereichs gerecht wird – statt nur Schwächen einzeln zu beheben
Lösung: Systematische Neuentwicklung nach methodischem Konstruieren: Anforderungsanalyse, Funktionsstruktur, Konzeptbewertung, Ausarbeitung mit Fokus auf Design for Manufacturing und Design for Assembly
Ergebnis: Seriennahes Smart-Locker-Konzept mit modularer Struktur, integrierter Elektronik und konsequenter Eventausrichtung – belastbare Grundlage für industrielle Umsetzung
Projektinfos
- Leistungen: Analyse, Anforderungsdefinition, Konzeptentwicklung, Konstruktion, Elektronikintegration, Systemengineering, Serienkonzept
- Bereich: Produktentwicklung · Systementwicklung · Methodisches Konstruieren
- Branche: Event · Veranstaltungstechnik
- Projektart: Bachelorarbeit · Entwicklungsprojekt
- Vorgängerprojekt: Interaktiver Smartlocker für den Retail
Ausgangssituation
Ausgangspunkt war ein bestehender Smart-Locker-Prototyp, den ich zuvor für eine Retail-Marketingaktion realisiert hatte (siehe Vorgängerprojekt). Dieser Prototyp erfüllte seine ursprüngliche Funktion im Storeeinsatz erfolgreich – war aber bewusst als Einzelanfertigung mit kurzer Lebensdauer ausgelegt und nicht für den dauerhaften Einsatz, häufige Auf- und Abbauten oder die Skalierung auf mehrere Standorte konzipiert.
Aus den Erfahrungen dieses ersten Einsatzes ergaben sich konkrete Erkenntnisse zur konstruktiven Ausführung, zur Elektronikstruktur, zur Wartbarkeit und zur Eignung für unterschiedliche Einsatzszenarien. Statt diese Punkte nur einzeln zu optimieren, sollte das System grundlegend neu entwickelt werden – als modulares, serienfähiges Produkt für den Eventbereich, in dem schneller Aufbau, Transportfähigkeit, Robustheit und Bedienbarkeit besonders kritisch sind.
Diese Entwicklung war Gegenstand meiner Bachelorarbeit und wurde nach den Prinzipien des methodischen Konstruierens durchgeführt.
Anforderungen aus dem Eventkontext
Der Eventbereich stellt andere Anforderungen als der stationäre Retail: Das System muss innerhalb kurzer Aufbauzeiten in unterschiedlichen Locations einsatzbereit sein, transportfähig bleiben, häufige Nutzungszyklen ohne Wartung überstehen und intuitiv bedienbar sein – auch ohne technisches Begleitpersonal.
Daraus ergaben sich die zentralen Entwicklungsziele:
- Modularer und skalierbarer Aufbau für unterschiedliche Anwendungsgrößen
- Robuste, transportfähige Konstruktion
- Schneller Aufbau und Inbetriebnahme vor Ort
- Zuverlässiger Dauerbetrieb ohne technische Betreuung
- Intuitive Bedienung über QR-Code-Scan und Display
- Fertigungsgerechte, reproduzierbare Bauweise
Meine Rolle
- Systematische Analyse des Retail-Prototyps und Ableitung von Optimierungspotenzialen
- Definition der Anforderungen für die Eventausrichtung
- Funktionsstrukturanalyse und Konzeptentwicklung mehrerer Lösungsvarianten
- Konzeptbewertung und Auswahl auf Basis definierter Kriterien
- Konstruktive Ausarbeitung des Gesamtsystems im CAD
- Integration der Elektronik und Steuerung
- Optimierung für Fertigung und Montage
- Verfassen der Bachelorarbeit zur Dokumentation des Vorgehens
Methodisches Vorgehen
Die Entwicklung folgte den Prinzipien des methodischen Konstruierens nach VDI 2221 / VDI 2222 – ein systematischer Ansatz, der die Lösungsfindung von der reinen Intuition entkoppelt und auf nachvollziehbare Entscheidungen stützt.
Anforderungsanalyse: Sammlung und Gewichtung aller funktionalen, ergonomischen, fertigungstechnischen und einsatzbezogenen Anforderungen.
Funktionsstruktur: Zerlegung des Systems in einzelne Funktionen – Nutzeridentifikation (QR-Code), Steuerung und Logik, Verriegelung der Fächer, Energieversorgung, Benutzerführung über Display.
Konzeptentwicklung: Erarbeitung unterschiedlicher Lösungsvarianten für jede Funktion – verschiedene Bauweisen, Gehäusekonzepte, Fachanordnungen und Elektronikvarianten.
Konzeptbewertung: Strukturierte Bewertung der Varianten nach Aufwand, Robustheit, Skalierbarkeit und Eignung für den Eventeinsatz.
Entwurf und Ausarbeitung: Detailkonstruktion des gewählten Konzepts unter konsequenter Anwendung von Design for Manufacturing und Design for Assembly.
Mechanisches System

Das System ist als modular aufgebautes Gehäuse mit mehreren Fächern konzipiert. Die Modulstruktur erlaubt es, das System für unterschiedliche Eventgrößen und Anwendungsfälle anzupassen – von kleineren Anlagen für kompakte Events bis zu skalierten Konfigurationen mit mehreren Schränken im Verbund.

Konstruktive Schwerpunkte waren die Trennung zwischen Nutzerbereich und Technikbereich, die einfache Zugänglichkeit für Wartung, die Robustheit für häufige Auf- und Abbauten und die durchgehende Auslegung auf reproduzierbare Fertigung.
Elektronik und Steuerung

Die Steuerung basiert auf einer zentralen Embedded-Einheit, die alle elektronischen Komponenten koordiniert: QR-Code-Scanner zur Identifikation, Display für die Benutzerführung, Treiber zur Ansteuerung der elektronischen Verriegelungen, geregelte Energieverteilung. Über die Steuerlogik wird jedem Nutzer ein Fach eindeutig zugeordnet und gezielt freigegeben.
Bei der Systemintegration lagen die Schwerpunkte auf strukturierter Kabelführung, sicherer Energieverteilung, Schutz sensibler Komponenten, einfacher Wartung und Austauschbarkeit sowie stabiler Verbindung zwischen Mechanik und Elektronik.
Vom Prototyp zur Serienlösung
Ein zentraler Aspekt der Arbeit war die Überführung des Systems in eine seriennahe Form. Die Erkenntnisse aus dem Retail-Prototyp flossen direkt in diese Phase ein:
- Reduktion und Vereinheitlichung der Bauteile
- Vereinfachung der Montageprozesse durch klar definierte Schritte
- Standardisierung der elektronischen Komponenten und Schnittstellen
- Verbesserung der Zugänglichkeit für Wartung und Service
- Vorbereitung der Konstruktion auf reproduzierbare Fertigungsprozesse
Damit unterscheidet sich das Ergebnis grundlegend von einem Prototyp: Es ist nicht nur funktional, sondern auch wirtschaftlich fertigbar und für den realen Dauereinsatz ausgelegt.
Ergebnis
- Technisch durchdachtes, modulares Smart-Locker-System für den Eventbereich
- Konsistentes Konzept von Mechanik, Elektronik und Steuerung
- Skalierbare Bauweise für unterschiedliche Anwendungsgrößen
- Fertigungsgerechte Auslegung als Grundlage für industrielle Umsetzung
- Vollständige Dokumentation der Entwicklung in der Bachelorarbeit – methodisch fundiert und nachvollziehbar
Übertragbarkeit auf andere Projekte
Der Ansatz – aus einem realen Einsatzszenario durch methodisches Vorgehen eine serienfähige Lösung zu entwickeln – lässt sich auf viele Bereiche der Produktentwicklung übertragen:
- Vom Prototyp zur Serie – wenn ein bestehender Demonstrator oder ein erster Prototyp in ein wirtschaftlich fertigbares Produkt überführt werden soll, mit allen Implikationen für Konstruktion, Elektronik, Montage und Service.
- Methodisches Konstruieren bei komplexen Systemen – Projekte, bei denen mehrere Disziplinen (Mechanik, Elektronik, Software, Logistik) verbunden werden müssen und intuitive Lösungsfindung an Grenzen stößt.
- Systeme mit unterschiedlichen Einsatzszenarien – Produkte, die in verschiedenen Größen, Konfigurationen oder Branchen funktionieren müssen, ohne dass jede Variante eine eigene Entwicklung erfordert.
- Eventtaugliche Produkte mit echter Produktqualität – Lösungen, die im Eventbereich genauso belastbar sein müssen wie stationäre Industrieprodukte, mit den zusätzlichen Anforderungen an Transport, Aufbau und Bedienbarkeit ohne Fachpersonal.
- Anschlussprojekte aus realen Erfahrungen – Weiterentwicklungen, die nicht spekulativ sind, sondern auf konkreten Erkenntnissen aus einem ersten Einsatz basieren.
Wenn du ein bestehendes Produkt zur Serie führen, ein modulares System entwickeln oder einen Prototyp belastbar machen möchtest – lass uns sprechen.
Ähnliche Anforderungen oder eigene Idee?
Ich unterstütze bei Konzept, Konstruktion und Umsetzung.