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Interaktiver Smartlocker für den stationären Einzelhandel

Konstruktion und technische Umsetzung eines interaktiven QR-gesteuerten POS-Smartlockers.

Interaktiver Smartlocker für den stationären Einzelhandel

Entwicklung eines interaktiven Smartlocker-Systems für eine zeitlich begrenzte Marketingaktion im stationären Einzelhandel. Kunden aktivieren das Gewinnspiel per QR-Code-Scan aus der Kunden-App, im Gewinnfall öffnet sich automatisch eines von zehn beleuchteten Fächern mit Produkt und Gutschein. Das System verbindet Holzkonstruktion, GFK-Designverkleidung, Elektromechanik und Embedded-Steuerung – als hochwertiges POS-Objekt im Storedesign.

Herausforderung: Hochwertiges, store-tauglich gestaltetes Gewinnspiel-System mit zuverlässiger Mechanik und Steuerung – bei sehr kurzer Entwicklungszeit, sich ändernden Anforderungen und Montagefenster von einem Tag pro Store

Lösung: Modulares Gesamtsystem aus fünf Baugruppen, Raspberry-Pi-Steuerung mit QR-Code-Logik, elektromagnetische Schlösser mit Federöffnung, GFK-”Bubble”-Verkleidung als Designelement

Ergebnis: Funktionsfähiger Prototyp im realen Storebetrieb – bis zu 650 erfolgreiche Scanvorgänge an einem Einsatztag, Warteschlangen vor Ladenöffnung, durchgängiger störungsfreier Betrieb

Projektinfos

  • Leistungen: Konzept, Konstruktion, Elektronik-Integration, Embedded-Steuerung, 3D-Druck, Werkstattabstimmung, Aufbau
  • Bereich: Produktentwicklung · POS-Installation · Embedded Systems
  • Branche: Retail · Brand Experience · Marketing
  • Projektart: Prototyp · Einzelanfertigung
  • Einsatzort: Berlin, London
  • Zeitraum: Oktober 2024

Ausgangssituation

Ein Textilhandelsunternehmen wollte zur Weihnachtszeit gezielt zusätzliche Besucherfrequenz in ausgewählten Stores erzeugen. Die Lösung: ein interaktives Gewinnspiel-System direkt am Point of Sale, das Kunden über die bestehende Kunden-App einbindet. Nutzer zeigen ihre Kundennummer als QR-Code, scannen sie am Gerät und durchlaufen einen Gewinnspielprozess mit Lichtanimation. Im Gewinnfall öffnet sich automatisch ein Fach mit einem Produkt und Gutschein.

Das System sollte technisch zuverlässig funktionieren – aber genauso wichtig war die gestalterische Wirkung im Store. Verspiegelte Hochglanzoptik, beleuchtete Fächer und eine auffällige “Bubble”-Verkleidung sollten den Smartlocker als zentrales Highlight der Aktion in das hochwertige Ladenkonzept integrieren.

Anforderungen

  • Funktionsfähiges System aus QR-Scan, Steuerlogik, Lichtanimation und Fachöffnung
  • Hochwertige Designwirkung in der Innenarchitektur des Stores
  • Maximale Bauteilgrößen für Transport und Einbringung in die Stores
  • Aufbau und Inbetriebnahme innerhalb eines Tages pro Standort
  • Wartungsfähigkeit trotz fest verbauter Verkleidung
  • Logiksicherung: jeder QR-Code nur einmal nutzbar, max. ein Fach pro Stunde öffenbar
  • Robuster Betrieb über mehrere Aktionstage mit hoher Nutzungsfrequenz

Meine Rolle

  • Entwicklung des technischen Gesamtkonzepts
  • Funktionale Aufteilung in fünf Baugruppen (Verkleidung, Schrank, Mechanik, Bedieneinheit, Steuerung)
  • Konstruktive Ausarbeitung der Baugruppen
  • Entwicklung und Fertigung der 3D-Druck-Bauteile
  • Integration von QR-Scanner, Display, Beleuchtung, Schlössern und Steuerung
  • Aufbau der Embedded-Elektronik und Programmierung der Steuerlogik
  • Werkstattabstimmung mit der Tischlerei (Schrank) und dem GFK-Hersteller (Verkleidung)
  • Aufbau und Inbetriebnahme vor Ort

Modulares Gesamtsystem

Das System wurde von Anfang an in fünf klar getrennte Baugruppen aufgeteilt: Verkleidung, Schrank mit zehn Fächern, elektronischer Öffnungsmechanismus, Bedieneinheit mit Scanner und Display, Steuerungseinheit. Diese Aufteilung ergab sich nicht nur aus der Logik der Komponenten, sondern auch aus den Randbedingungen von Fertigung, Transport, Montage und Wartung – jede Baugruppe konnte unabhängig entwickelt, gefertigt und im Servicefall einzeln angegangen werden.

Schrank und Fächer

Schrank mit Fächern

Der Schrank wurde gemeinsam mit einer Tischlerei entwickelt und als CNC-gefertigte Holzkonstruktion vollständig montiert geliefert. Die zehn Fächer wurden auf Basis der vorgegebenen Mindestmaße für die Gewinnprodukte ausgelegt und mit beleuchteten Innenräumen versehen, sodass die Produkte im Gewinnfall sofort sichtbar präsent waren.

Konstruktiv wichtig waren die Kabelführung für Schlösser und Beleuchtung, die Anordnung von Türen und Scharnieren mit Blick auf das Gesamtbild, und die Wartungsfähigkeit: Die Fachmodule sind einzeln aufgebaut, jedes mit abnehmbarer Rückwand – einzelne Fächer lassen sich im Störungsfall gezielt zugänglich machen, ohne den gesamten Schrank zu demontieren.

Öffnungsmechanismus

Öffnungsmechanismus

Für die zuverlässige Freigabe der Fächer wurden elektromagnetische Schlösser mit Federmechanismus eingesetzt. Nach elektronischer Freigabe springt die Tür durch die Federkraft selbstständig auf, ohne dass ein zusätzlicher mechanischer Öffner nötig wäre – das hält die Mechanik einfach und wartungsarm.

Damit das Zusammenspiel von Schloss, Riegel, Tür und Scharnier zuverlässig funktioniert, wurden vorab reale Versuchsaufbauten in Originalgröße erstellt. Daraus entstand eine Reihe projektspezifischer 3D-Druck-Bauteile: Distanzplatten zur präzisen Positionierung der Schlösser, Montageschablonen für reproduzierbare Bohrbilder bei der Tischlerei, sowie Abdeckungen zum Schutz von Mechanik und Verkabelung. Der Einsatz additiver Fertigung war hier entscheidend, weil sich Toleranzen und Positionen iterativ optimieren ließen, bevor die finalen Komponenten in den Schrank integriert wurden.

Bedieneinheit

Bedieneinheit mit Blende, Display und QR-Code-Scanner

Die Bedieneinheit ist die sichtbare Nutzerschnittstelle und besteht aus QR-Scanner, 10”-Display, projektspezifischen Gehäuseteilen und einer polierten Edelstahlblende, die alle sichtbaren Komponenten aufnimmt. Der Scanner sitzt in einer eigenen Baugruppe, die Schutz, präzise Positionierung und einen definierten Scanabstand sicherstellt – ein wichtiger Punkt für die Erkennungsrate im realen Betrieb.

Das Display übernimmt die Nutzerführung mit klaren Statusmeldungen: Scanaufforderung, ungültiger Code, bereits eingelöster QR-Code, laufende Animation, Gewinnstatus. Branding-Elemente des Auftraggebers wurden direkt in die Darstellung integriert.

Steuerungseinheit

Steuerungseinheit mit Raspberry Pi und Elektronik

Die Steuerung basiert auf einem Raspberry Pi mit Relaisansteuerung für die 12V-Elektroschlösser. Sie übernimmt die Auswertung der gescannten QR-Codes, die Steuerlogik für Gewinnvergabe und Fachöffnung, die Ansteuerung der Beleuchtungsanimation, die Bespielung des Displays, den Export von Nutzungsdaten und den Fernzugriff für Statuskontrolle im laufenden Betrieb.

Die Logiksicherung verhindert mehrfache Einlösungen desselben Codes und begrenzt die Gewinnvergabe auf maximal ein Fach pro Stunde – damit die Aktion gleichmäßig über die Einsatztage steuerbar bleibt. Die komplette Steuerelektronik ist in einem kompakten Gehäuse untergebracht, das so dimensioniert ist, dass es durch die Serviceöffnung erreichbar bleibt, ohne den Schrank zu demontieren.

Designintegration

Integration im Store

Die gestalterische Wirkung war kein Beiwerk, sondern Teil der eigentlichen Aufgabe. Der Smartlocker sollte nicht als technische Installation wahrgenommen werden, sondern als hochwertiges Designobjekt im Store. Realisiert wurde das durch eine verspiegelte Oberfläche, das großflächige Display, die beleuchteten Fächer und vor allem die speziell gefertigte GFK-Verkleidung in organischer “Bubble”-Form mit Hochglanzoberfläche. Form und Material wurden auf die Innenarchitektur der Stores abgestimmt, sodass das Objekt als visuelles Highlight der Aktion funktionierte.

Ergebnis

  • Funktionsfähiger Prototyp im realen Storebetrieb über mehrere Einsatztage
  • Bis zu 650 erfolgreiche Scanvorgänge an einem einzelnen Einsatztag
  • Warteschlangen vor Ladenöffnung – zusätzliche Frequenz auch zu sonst schwachen Zeiten
  • Durchgängig störungsfreier Betrieb über alle Einsatztage
  • Positive Bewertung sowohl durch Auftraggeber als auch durch Nutzer:innen vor Ort

Übertragbarkeit auf andere Projekte

Der Ansatz – eine technisch komplexe POS-Installation mit hohem Designanspruch innerhalb kurzer Zeit als funktionsfähigen Prototyp realisieren – lässt sich auf viele Bereiche von Retail-Tech und Brand-Aktivierungen übertragen:

  • Interaktive POS-Installationen mit App-Anbindung – Gewinnspiele, personalisierte Aktionen oder Loyalty-Mechaniken, die Online-App und Offline-Hardware verbinden.
  • Smart-Locker- und Ausgabesysteme im Retail – Click-and-Collect, Promotion-Ausgabe, Sampling-Aktionen oder produktspezifische Übergabesysteme mit Authentifizierung über QR oder NFC.
  • Embedded-Hardware mit Designanspruch – Geräte, bei denen die technische Funktion und das Erscheinungsbild gleichwertig sind und nicht von verschiedenen Dienstleistern getrennt entwickelt werden sollen.
  • Sonderkonstruktionen unter Zeitdruck – Projekte mit kurzem Entwicklungsfenster, sich ändernden Anforderungen und engem Montagezeitfenster, bei denen die Realisierung durchgängig in einer Hand bleiben soll.
  • Mechanik, Elektronik und Software aus einer Hand – Anwendungen, die mehrere Disziplinen gleichzeitig erfordern und davon profitieren, wenn eine Person Steuerlogik, Schlossmechanik, Konstruktion und Aufbau zusammen denkt.

Wenn du eine interaktive Retail-Installation, ein Brand-Aktivierungs-System oder eine technisch anspruchsvolle POS-Lösung planst – lass uns sprechen.

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